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Der Vorgang an sich ist nicht neu - da werden bisher unbekannte Autoren und Autorinnen über Nacht zum gefeierten Superstar, weil die Symbiose aus Verlagswerbung, elterlichem Einfluß und die Unterstützung der angesagten Feuilleton-Autoren großer Zeitungen hervorragend funktioniert. Eines der besten Beispiele in jüngerer Vergangenheit, ist zweifellos Frau Roches Werk "Feuchtgebiete", das literarisch etwa den Wert einer Bedienungsanleitung für Kaffee-Maschinen besitzt. Deshalb waren auch alle Sinne der Literatur- Beobachter geschärft, als vom Ullstein Verlag die neue Prophetin der Gegenwartsliteratur vorgestellt wurde - Helene Hegemann. Die Tochter des leidlich bekannten Theaterregisseur Carl Hegemann, beim schreiben ihres Roman-Debüt zwischen sechzehn und siebzehn Jahre alt, knallte dem lesenden Publikum ein Werk um die Ohren, daß im Bereich Sprache, Ausdruck und Stilistik beim ersten Durchblättern tatsächlich ungläubiges Staunen hervorrief. Dieses Buch sollte aus der Feder einer unerfahrenen und blutjungen Autorin stammen? Statt Zweifel anzumelden, die jedem Redakteur mit ein wenig Erfahrung im Literaturbetrieb hätten kommen müssen, entstand eine Jubelorgie quer durch den Feuilleton-Wald. Anscheinend war ein Wettbewerb ausgebrochen, welche Tages- oder Wochenzeitung die beste Superlative liefert, um das Wunderkind zu würdigen. Solch ein Medienecho erzeugt natürlich überproportionale Aufmerksamkeit - für den Verlag und den Autor prinzipiell ein gern genutztes Instrument der Vermarktung. Das grelle Licht eines Medienereignisses erzeugt naturgemäß auch einen kräftigen Schatten, und wenn dieser Schatten Unregelmäßigkeiten versteckt, werden diese, eben weil sich die Aufmerksamkeit fokussiert, schnell entdeckt. Bei Fräulein Hegemann ergab die Recherche, dass sie abgeschrieben hat. Nun kann man gerne darüber diskutieren, in wie weit das kopieren von Sprach- und Wortfindungen innerhalb eines neuen Werkes aktzeptierbar ist. Im Falle von Frl. Hegemann erübrigt sich diese Diskussion, denn sie hat schlichtweg alles geklaut, was irgendwie die benutzte Stilistik und den Ausdruck veredelte. Ob es sich dabei um Auszüge aus Songtexten handelte, die sie einfach übersetzt hat, oder um das kopieren ganzer Storyelemente aus einem Blog des Autors Airen - alles was sich chic und cool in ihre dünne Story einbauen ließ, hat sie benutzt. Auf diese Tatsache angesprochen, reagiert die Jungautorin provokant mit folgender Aussage: Ich habe mich überall bedient, wo ich dachte, das entspricht jetzt der Lebensweise, über die ich schreiben will. (Zitat aus: FAZ online) Dieses Statement offenbart nicht nur eine erschreckend hohe Naivität, sondern wird auch noch von vielen Feuilleton-Redakteuren als legitimes Mittel einer neuen Art von Literatur und des Schreibens begrüsst. Ein Faustschlag ins Gesicht von Autoren, deren Früchte ihrer Kreativität ganz einfach gestohlen werden. Aber selbst, wenn man im Falle von Frl. Hegemann noch von einer rechtlichen Grauzone sprechen kann, sollte die Frage erlaubt sein, worin sich die schriftstellerische Qualität der Autorin eigentlich manifestiert? Im Bereich Copy & Paste? In der Fähigkeit, Sätze so umzubauen, dass der geklaute Sinn einer Aussage rechtlich einer Prüfung standhält? Und wie ist folgende Aussage der Autorin zu interpretieren? Originalität gibt es nicht - nur Echtheit (Zitat aus: FAZ online) Wenn die relevanten Bereiche ihres Textes geklaut sind, was ist dann bitte an ihrer Veröffentlichung "echt"? Insgesamt bleibt kaum etwas von dem viel zitierten "außergewöhnlichen Talent" übrig, wenn man alles abzieht, was sich die Autorin aus dem Netz, anderen Schriftwerken und Songtexten für ihren Text einverleibt hat. Die fast lächerliche Forderung, das Plagiat auch noch zum Preisträger der Leipziger Buchmesse zu küren, wäre dann die Krönung eines Streichs, der auf Kosten kreativer Autoren gehen würde. Den Neu- und Jungschriftstellern hat Frl. Hegemann mit ihrem Wirken jedenfalls einen Bärendienst erwiesen. Zukünftig wird jeder Redakteur eines Verlags wahrscheinlich eine eidesstattliche Versicherung von seinen Autoren einfordern, um sich rechtlich aus der Schusslinie zu ziehen. Mittlerweile sind in einschlägigen Foren und Literaturblogs zahlreiche Diskussion entstanden, die sich mit dem Roman und den Plagiatsvorwürfen zum Roman von Helene Hegemanns "Axolotl Roadkill" auseinandersetzen. Nachfolgend weitere Informationen und Quellen zum Thema: FAZ / Rubrik Autoren Gefühlskonserve / Blog Blog des Schriftstellers Airen, aus dem wesentliche Textpassagen "entnommen wurden"
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