| Sommer in der Kolonie/Dvorecky |
| Geschrieben von: Werner Theis | |
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Ivor Joseph Dvorecky Sommer in der Kolonie Glühbirnchen baumeln in der Brise der späte Wurm hat wieder Laokoon der Gärtner die Rosskastanie rauscht mit Geäst In den Gärten brummt es hoch her, Netfinder: Es ist kaum zu glauben, aber wahr: Auch aus dem Nachsinnen über das Verhalten der Gattung „Schrebergärtner“ kann durchaus zu weltverändernden Gedanken führen. Hier haben wir das treffende Beispiel für die Richtigkeit dieser These. Was macht nun die Gattung „Schrebergärtner“, eine insbesondere in Mittel- und Mittelosteuropa weit verbreitete Unterform des homo sapiens sapiens, aus? Zum einen ist sie sehr gesellig. Zum anderen ein echter Fan der geordneten Natur mit Ernährungsnutzen. Zum dritten und nicht letzten ritueller Handlungen wie der des gemeinsamen und gleichzeitigen Rasenmähens zu Zeiten, in denen der Normalsterbliche aufsteht, sich ausruht oder zu Mittag speist. Ebenso wird gehämmert, gehäckselt, gebohrt, gesägt und rhythmisch gegraben, was das Zeug hält. Dabei werden auch Würmer geplättet und Schnecken zerschnitten; es werden Vögel gemeuchelt und gefüttert; die Hecken gestutzt und die Holzreste für den Kompost geschreddert; die Rattenplage bekämpft, die das Einbringen von Lebensmittelresten in die Komposte hervorruft; die Mäusefallen ausgerüstet und die Krähen verjagt, tagaus, tagein. Trotzdem handelt es sich den Schrebergärtnern, jenseits der Mord- und Totschlaggeschichten, die man erst kürzlich über sie lesen konnte, um ein feierfreundliches und dem Weine, Moste und Biere aufgeschlossenes Völkchen, dass man sommers häufiger und gerne beim Ringelpietz mit Anfassen und dem Absingen vaterländischer Lieder antrifft, begleitet durch entsprechend elektronisch unterstützte Alleinunterhalter. Oben ist das von unserem Autor treffend, humorvoll ironisch und durch und durch künstlerisch wertvoll gefasst. Es ist schier unglaublich, wie man mit so wenig, sorgsam mit einander verbundenen Sprachkunststückchen ein solches Kolorit zeichnen kann. Man sieht der Schrebergarten mit seiner benachbarten Gartenwirtschaft regelrecht vor sich und kann der Musik des Fests vor Vortage ebenso nachhören wie die Auspuffgase der dreitaktiken, meist etwas angejahrten Rasenverkürzer noch riechen. Solche Textperlen finden sich im Internet viele – fast zugedeckt unter den Myriaden vielfach furchtbarster Sprachverhunzung, die sie begleiten. Darin scheinen sie dann umso heller. Diese zu finden und zu bergen, um ihnen einen kleinen Ehrenplatz zum Verweilen zu geben, das ist die Aufgabe von Walthers Anthologie. Zum Autor: Ivor Joseph Dvorecky, geboren in Pressburg, studierte Ingenieurwesen bis zum Dipl.-Ing. (FH) und lebt in München. Freischaffender Computerfachmann, Webdesigner und Autor (Lyrik und Prosa). Studiert außerdem Literaturwissenschaften, Fernuniversität Hagen. Veröffentlichungen: Keine außer im Internet. Arbeitet an einem Manuskript, das im Winter dieses Jahres oder Anfang nächsten Jahres fertig werden soll. Im Internet bis jetzt nur auf: www.Leselupe.de und www.DieLyriker.de Eigene Webseite: keine. Weltweitweb, Oktober 2009
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