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  • Städtebau: Die Neuvermessung der Welt
    In welchen Räumen wollen wir leben? Wie soll eine Stadt aussehen? Für Architektur und Städtebau sind das Schlüsselfragen. Doch ausgerechnet die noch junge Wissenschaft von der Raumforschung glänzt durch Praxisferne. Sachbücher der Woche.
  • Kolumne „Esspapier“: Ästhetik des Straßenrandes
    In Deutschland haftet der Regionalküche immer noch ein Hauch von Volksmusik und Nippes an, der den unbefangenen Zugang versperrt. Ganz anders nähern sich zwei Bücher mit vietnamesischen und spanischen Rezepten ihrem Gegenstand.
  • Heine in der Walhalla: Wir Bayern nehmen den Dichter als Ganzes
    Carl-Friedrich Gauss war ihm etwas zuvorgekommen, doch seit diesem Mittwoch steht auch Heinrich Heines Büste in der Walhalla. Und der dieser „marmornen Schädelstätte“ durchaus nicht zugeneigte Autor wurde gleich dafür bemüht, preußisch-bayerische Gegensätze zu überbrücken.
    ...
  • Als die Aufklärung fundamental wurde
    Für jemanden, der sich Jahr um Jahr an Texten abgearbeitet hat, deren Urheber der historische Jargon vornehm als "Minores" bezeichnet, liegt irgendwann die Versuchung nahe, nicht mehr nur unerschlossene Diskursfelder zu beackern, sondern sozusagen zur Flurbereinigung zu schreiten. Ein Beispiel...
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Asphaltspuren Ausgabe 13 erschienen
Geschrieben von: Administrator   
Mittwoch, 05. Mai 2010 um 17:29 Uhr

Asphaltspuren Ausgabe 13Ab sofort kann die aktuelle Printausgabe von Asphaltspuren bestellt werden. Mit fast 100 Seiten Umfang, haben wir uns, wie in der Ausgabe zuvor, wieder für eine reichhaltige Textauswahl mit verschiedenen Erzähl- und Stilformen  entschieden. 18 Autoren mit Prosa/Unterhaltungstexten in eine Ausgabe unterbringen - das ist sogar für uns eine richtige Hausnummer. Ein weiteres Dutzend Kandidaten standen auf der Liste, und die hätten wir ebenfalls gerne veröffentlicht, aber unser Seitenumfang, der auch die Wirtschaftlichkeit der Printausgabe berücksichtigt, ist ausgeschöpft. Mehr geht einfach nicht.

Folgende Autoren im Bereich Prosa/Text werden in der Ausgabe 13 präsentiert:
Dirk Alt, Monika Schreckenberg, Dominic Schmiedl, Cornelia Scharfschwerdt, Merih Günay, Brigitte Scherer, Christian Künne, Annette Bredendick, Andreas Schumacher, Anja Jarrath, Matthias Spiegel, Thomas Josef Wehlim, Nataša Dragnic, Joachim Güntzel, Wolfgang Scherreiks, Thomas Zejewski, Nicole Mahal und Thomas Suchecki.

Im Bereich Lyrik präsentieren wir: Jochen Stüsser-Simpson, Martin Dragosits, Thomas Rackwitz, Marco Schulz, Annika Stender, Balz Wolfensberger, Walther Stonet, und Johannes Witek.

Dazu ein Interview mit Tim Rohrer vom Projekt Leselupe und weitere Fachbeiträge zum Thema Literatur.

Zum Bestellformular 

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, 21. Juni 2010 um 17:33 Uhr
 
Schlacht der Poeten
Geschrieben von: Jürgen Olejok   
Dienstag, 09. März 2010 um 08:18 Uhr

Hauptberufliche Literatur-Pessimisten sehen (mal wieder) nicht nur die abendländische Kultur, sondern auch das literarische Erbe unser Vorzeigedichter vor die Hunde gehen, wenn es um den Begriff Poetry-Slam geht. Dabei ist diese Form der Auseinandersetzung kein Krieg, sondern lediglich ein kunstvolles Messen der Ausdruckskraft. Angelehnt an den HipHop-Battles der amerikanischen Subkultur, schwappte diese Form der Redeschlacht Anfang des neuen Jahrtausends auch nach Europa über. Paris und Prag sind in der alten Welt die Hochburgen dieser Art von Literatur-Veranstaltungen. Dreizehn Wettbewerbe wurden bisher im deutschsprachigen Raum veranstaltet - die vierzehnte Meisterschaft deutschsprachiger Slammer, so der offizielle Titel, wird im November in der Bochumer Jahrhunderthalle innerhalb des Ruhr2010-Projektes veranstaltet. Damit findet er zum ersten Mal in der Region statt, welche neben Berlin, die größte Anzahl an Teilnehmern bei den bisherigen Wettbewerben stellte.

Ob feine zarte Lyrik, gesellschaftskritische Poesie oder wuchtiger HipHop-Slam: Diese Wortkünstler leben ihre Literatur. Diese Einschätzung von Asli Sevindim, zuständige Direktorin für Literatur bei der Ruhr2010, bescheibt exakt, warum diese Wettbewebe etwas Besonderes sind. Die Interaktion mit dem Publikum erfolgt ohne den Umweg des Papiers in direkter Form. Anders als beim Lesen eines Buches, wirkt nicht nur der Text, sondern auch die unterstützende Gestik und Mimik des vortragenden Künstlers. Man kann durchaus von einer Gesamtperformance reden, weil neben dem Wort auch "Körpereinsatz" gefragt ist.

Projektsponsor der Veranstaltung ist der Verkehrverbund Rhein-Ruhr, auch verantwortlich für den RoadToSlam2010, bei dem einmal im Monat an einem öffentlichen Ort die Slammer ihre Kunst vorstellen.

Weitere Informationen im Netz unter:

Slam2010

Deutsche Gegenwartsliteratur

Essen für das Ruhrgebiet

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 09. März 2010 um 10:31 Uhr
 
Das Geschäft mit der Illusion
Geschrieben von: Administrator   
Donnerstag, 27. August 2009 um 18:06 Uhr

Innerhalb der schreibenden Zunft ist der Ruf von DKZ-Verlagen (Druckkostenzuschußverlage) kaum noch zu retten. Trotz Anwälte in Kompaniestärke inklusive Abmahnwellen seitens der Verlage, hat es sich herumgesprochen, daß viele DKZ-Geschäftsmodelle lediglich nur einen Nutzen besitzen - leichtgläubigen Hobbyautoren das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Autoren Tom Liehr, Michael Janßen und Michael Höfler haben eine Probe aufs Exempel gemacht und in einer Aktion mehreren DKZ-Verlagen einen neunseitigen Ausschnitt aus einem angeblich 842 Seiten starken Romanwerk unter dem "Pseudonym" Rico Beutlich zugeschickt. Mit Absicht wurden die neun Seiten Textprobe so schlecht geschrieben, daß jeder drittklassige Webredakteur mit lediglich rudimentären Literaturempfinden den Text als nicht veröffentlichungswürdig abgelehnt hätte. Was die DKZ-Verlage von dem Text hielten und welche geradezu euphorischen Reaktionen die Redakteure von sich gaben, lesen sie in diesem Artikel auf Spiegel online. Der "Autor" Rico Beutlich hat es sich nicht nehmen lassen, "seinen" Text zwecks Werbung in eigener Sache zu lesen - bei Youtube unter diesem Link zu sehen. Viel Vergnügen.

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 28. August 2009 um 11:48 Uhr
 
Plagiat oder Intertextuell ?
Geschrieben von: Jürgen Olejok   
Mittwoch, 10. Februar 2010 um 12:21 Uhr

Der Vorgang an sich ist nicht neu - da werden bisher unbekannte Autoren und Autorinnen über Nacht zum gefeierten Superstar, weil die Symbiose aus Verlagswerbung, elterlichem Einfluß und die Unterstützung der angesagten Feuilleton-Autoren großer Zeitungen hervorragend funktioniert. Eines der besten Beispiele in jüngerer Vergangenheit, ist zweifellos Frau Roches Werk "Feuchtgebiete", das literarisch etwa den Wert einer Bedienungsanleitung für Kaffee-Maschinen besitzt. Deshalb waren auch alle Sinne der Literatur- Beobachter geschärft, als vom Ullstein Verlag die neue Prophetin der Gegenwartsliteratur vorgestellt wurde - Helene Hegemann.
Die Tochter des leidlich bekannten Theaterregisseur Carl Hegemann, beim schreiben ihres Roman-Debüt zwischen sechzehn und siebzehn Jahre alt, knallte dem lesenden Publikum ein Werk um die Ohren, daß im Bereich Sprache, Ausdruck und Stilistik beim ersten Durchblättern tatsächlich ungläubiges Staunen hervorrief.
Dieses Buch sollte aus der Feder einer unerfahrenen und blutjungen Autorin stammen? Statt Zweifel anzumelden, die jedem Redakteur mit ein wenig Erfahrung im Literaturbetrieb hätten kommen müssen, entstand eine Jubelorgie quer durch den Feuilleton-Wald. Anscheinend war ein Wettbewerb ausgebrochen, welche Tages- oder Wochenzeitung die beste Superlative liefert, um das Wunderkind zu würdigen. 
Solch ein Medienecho erzeugt natürlich überproportionale Aufmerksamkeit - für den Verlag und den Autor prinzipiell ein gern genutztes Instrument der Vermarktung. 
Das grelle Licht eines Medienereignisses erzeugt naturgemäß auch einen kräftigen Schatten, und wenn dieser Schatten Unregelmäßigkeiten versteckt, werden diese, eben weil sich die Aufmerksamkeit fokussiert, schnell entdeckt. Bei Fräulein Hegemann ergab die Recherche, dass sie abgeschrieben hat. Nun kann man gerne darüber diskutieren, in wie weit das kopieren von Sprach- und Wortfindungen innerhalb eines neuen Werkes aktzeptierbar ist. Im Falle von Frl. Hegemann erübrigt sich diese Diskussion, denn sie hat schlichtweg alles geklaut, was irgendwie die benutzte Stilistik und den Ausdruck veredelte. Ob es sich dabei um Auszüge aus Songtexten handelte, die sie einfach übersetzt hat, oder um das kopieren ganzer Storyelemente aus einem Blog des Autors Airen - alles was sich chic und cool in ihre dünne Story einbauen ließ, hat sie benutzt. 
Auf diese Tatsache angesprochen, reagiert die Jungautorin provokant mit folgender Aussage:

Ich habe mich überall bedient, wo ich dachte, das entspricht jetzt der Lebensweise, über die ich schreiben will. (Zitat aus: FAZ online)

Dieses Statement offenbart nicht nur eine erschreckend hohe Naivität, sondern wird auch noch von vielen Feuilleton-Redakteuren als legitimes Mittel einer neuen Art von Literatur und des Schreibens begrüsst. Ein Faustschlag ins Gesicht von Autoren, deren Früchte ihrer Kreativität ganz einfach gestohlen werden.  
Aber selbst, wenn man im Falle von Frl. Hegemann noch von einer rechtlichen Grauzone sprechen kann, sollte die Frage erlaubt sein, worin sich die schriftstellerische Qualität der Autorin eigentlich manifestiert? Im Bereich Copy & Paste? In der Fähigkeit, Sätze so umzubauen, dass der geklaute Sinn einer Aussage rechtlich einer Prüfung standhält?
 
Und wie ist folgende Aussage der Autorin zu interpretieren?

Originalität gibt es nicht - nur Echtheit (Zitat aus: FAZ online)
 
Wenn die relevanten Bereiche ihres Textes geklaut sind, was ist dann bitte an ihrer Veröffentlichung "echt"?
 
Insgesamt bleibt kaum etwas von dem viel zitierten "außergewöhnlichen Talent" übrig, wenn man alles abzieht, was sich die Autorin aus dem Netz, anderen Schriftwerken und Songtexten für ihren Text einverleibt hat.
Die fast lächerliche Forderung, das Plagiat auch noch zum Preisträger der Leipziger Buchmesse zu küren, wäre dann die Krönung eines Streichs, der auf Kosten kreativer Autoren gehen würde. Den Neu- und Jungschriftstellern hat Frl. Hegemann mit ihrem Wirken jedenfalls einen Bärendienst erwiesen. Zukünftig wird jeder Redakteur eines Verlags wahrscheinlich eine eidesstattliche Versicherung von seinen Autoren einfordern, um sich rechtlich aus der Schusslinie zu ziehen.

Mittlerweile sind in einschlägigen Foren und Literaturblogs zahlreiche Diskussion entstanden, die sich mit dem Roman und den Plagiatsvorwürfen zum Roman von Helene Hegemanns "Axolotl Roadkill" auseinandersetzen. Nachfolgend weitere Informationen und Quellen zum Thema: 
 
FAZ / Rubrik Autoren

Gefühlskonserve  / Blog
 
Blog des Schriftstellers Airen, aus dem wesentliche Textpassagen "entnommen wurden"

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 16. Februar 2010 um 17:41 Uhr
 
Mißverständnisse
Geschrieben von: Administrator   
Montag, 04. Januar 2010 um 18:03 Uhr
Zur Information...
Aus nicht näher nachvollziehbaren Gründen bekommen wir augenblicklich eine unglaubliche Menge an Einsendungen, die im Mail-Header den Betreff Schreibwettbewerb bzw. Literaturwettbewerb führen. Irgendwie scheint sich wohl einer unserer wohlgesonnenen Ausschreibungs-Verteiler im Netz ein wenig vertan zu haben, denn wir veranstalten keine Wettbewerbe, sondern suchen lediglich Texte zum Thema Mißverständnisse für unser Printmagazin Asphaltspuren/Sommer 2010.
Klar, für den Autor und uns sollte es egal sein, aus welchem Grund ein Text bei uns landet, aber wir waren/sind doch ein wenig irritiert, daß wir etwas veranstalten, von dem wir nichts wissen. Angenehm überrascht wären wir allerdings , wenn man die Veröffentlichung in unserem Magazin als "Gewinn" titulieren würde - ein Umstand, mit dem wir sehr, sehr gut leben könnten :-)
Bitte die Einsendungen für die Sommer Ausgabe mit dem Betreff: "Beitrag zu ASP 13 / Missverständnisse" versehen, denn nur dann landet die Mail auch im richtigen Ordner. Keine Panik. Alle, die nun ihren Text mit "Schreibwettbewerb" zu uns geschickt haben, werden ebenfalls berücksichtigt. Bei drei, vier Einsendungen pro Tag ist das kein Problem. Erfahrungsgemäß erreichen uns aber zwei Wochen vor der Deadline ca. 20-30 Texte pro Tag - und dann verlassen wir uns auf die Mail-Filter.
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 05. Januar 2010 um 17:14 Uhr
 
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