Informationen

Bücher - FAZ.NET
FAZ.NET
Aufenthaltsort: Start
Willkommen auf der Startseite
Schlacht der Poeten
Geschrieben von: Jürgen Olejok   
Dienstag, 09. März 2010 um 08:18 Uhr

Hauptberufliche Literatur-Pessimisten sehen (mal wieder) nicht nur die abendländische Kultur, sondern auch das literarische Erbe unser Vorzeigedichter vor die Hunde gehen, wenn es um den Begriff Poetry-Slam geht. Dabei ist diese Form der Auseinandersetzung kein Krieg, sondern lediglich ein kunstvolles Messen der Ausdruckskraft. Angelehnt an den HipHop-Battles der amerikanischen Subkultur, schwappte diese Form der Redeschlacht Anfang des neuen Jahrtausends auch nach Europa über. Paris und Prag sind in der alten Welt die Hochburgen dieser Art von Literatur-Veranstaltungen. Dreizehn Wettbewerbe wurden bisher im deutschsprachigen Raum veranstaltet - die vierzehnte Meisterschaft deutschsprachiger Slammer, so der offizielle Titel, wird im November in der Bochumer Jahrhunderthalle innerhalb des Ruhr2010-Projektes veranstaltet. Damit findet er zum ersten Mal in der Region statt, welche neben Berlin, die größte Anzahl an Teilnehmern bei den bisherigen Wettbewerben stellte.

Ob feine zarte Lyrik, gesellschaftskritische Poesie oder wuchtiger HipHop-Slam: Diese Wortkünstler leben ihre Literatur. Diese Einschätzung von Asli Sevindim, zuständige Direktorin für Literatur bei der Ruhr2010, bescheibt exakt, warum diese Wettbewebe etwas Besonderes sind. Die Interaktion mit dem Publikum erfolgt ohne den Umweg des Papiers in direkter Form. Anders als beim Lesen eines Buches, wirkt nicht nur der Text, sondern auch die unterstützende Gestik und Mimik des vortragenden Künstlers. Man kann durchaus von einer Gesamtperformance reden, weil neben dem Wort auch "Körpereinsatz" gefragt ist.

Projektsponsor der Veranstaltung ist der Verkehrverbund Rhein-Ruhr, auch verantwortlich für den RoadToSlam2010, bei dem einmal im Monat an einem öffentlichen Ort die Slammer ihre Kunst vorstellen.

Weitere Informationen im Netz unter:

Slam2010

Deutsche Gegenwartsliteratur

Essen für das Ruhrgebiet

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 09. März 2010 um 10:31 Uhr
 
Plagiat oder Intertextuell ?
Geschrieben von: Jürgen Olejok   
Mittwoch, 10. Februar 2010 um 12:21 Uhr

Der Vorgang an sich ist nicht neu - da werden bisher unbekannte Autoren und Autorinnen über Nacht zum gefeierten Superstar, weil die Symbiose aus Verlagswerbung, elterlichem Einfluß und die Unterstützung der angesagten Feuilleton-Autoren großer Zeitungen hervorragend funktioniert. Eines der besten Beispiele in jüngerer Vergangenheit, ist zweifellos Frau Roches Werk "Feuchtgebiete", das literarisch etwa den Wert einer Bedienungsanleitung für Kaffee-Maschinen besitzt. Deshalb waren auch alle Sinne der Literatur- Beobachter geschärft, als vom Ullstein Verlag die neue Prophetin der Gegenwartsliteratur vorgestellt wurde - Helene Hegemann.
Die Tochter des leidlich bekannten Theaterregisseur Carl Hegemann, beim schreiben ihres Roman-Debüt zwischen sechzehn und siebzehn Jahre alt, knallte dem lesenden Publikum ein Werk um die Ohren, daß im Bereich Sprache, Ausdruck und Stilistik beim ersten Durchblättern tatsächlich ungläubiges Staunen hervorrief.
Dieses Buch sollte aus der Feder einer unerfahrenen und blutjungen Autorin stammen? Statt Zweifel anzumelden, die jedem Redakteur mit ein wenig Erfahrung im Literaturbetrieb hätten kommen müssen, entstand eine Jubelorgie quer durch den Feuilleton-Wald. Anscheinend war ein Wettbewerb ausgebrochen, welche Tages- oder Wochenzeitung die beste Superlative liefert, um das Wunderkind zu würdigen. 
Solch ein Medienecho erzeugt natürlich überproportionale Aufmerksamkeit - für den Verlag und den Autor prinzipiell ein gern genutztes Instrument der Vermarktung. 
Das grelle Licht eines Medienereignisses erzeugt naturgemäß auch einen kräftigen Schatten, und wenn dieser Schatten Unregelmäßigkeiten versteckt, werden diese, eben weil sich die Aufmerksamkeit fokussiert, schnell entdeckt. Bei Fräulein Hegemann ergab die Recherche, dass sie abgeschrieben hat. Nun kann man gerne darüber diskutieren, in wie weit das kopieren von Sprach- und Wortfindungen innerhalb eines neuen Werkes aktzeptierbar ist. Im Falle von Frl. Hegemann erübrigt sich diese Diskussion, denn sie hat schlichtweg alles geklaut, was irgendwie die benutzte Stilistik und den Ausdruck veredelte. Ob es sich dabei um Auszüge aus Songtexten handelte, die sie einfach übersetzt hat, oder um das kopieren ganzer Storyelemente aus einem Blog des Autors Airen - alles was sich chic und cool in ihre dünne Story einbauen ließ, hat sie benutzt. 
Auf diese Tatsache angesprochen, reagiert die Jungautorin provokant mit folgender Aussage:

Ich habe mich überall bedient, wo ich dachte, das entspricht jetzt der Lebensweise, über die ich schreiben will. (Zitat aus: FAZ online)

Dieses Statement offenbart nicht nur eine erschreckend hohe Naivität, sondern wird auch noch von vielen Feuilleton-Redakteuren als legitimes Mittel einer neuen Art von Literatur und des Schreibens begrüsst. Ein Faustschlag ins Gesicht von Autoren, deren Früchte ihrer Kreativität ganz einfach gestohlen werden.  
Aber selbst, wenn man im Falle von Frl. Hegemann noch von einer rechtlichen Grauzone sprechen kann, sollte die Frage erlaubt sein, worin sich die schriftstellerische Qualität der Autorin eigentlich manifestiert? Im Bereich Copy & Paste? In der Fähigkeit, Sätze so umzubauen, dass der geklaute Sinn einer Aussage rechtlich einer Prüfung standhält?
 
Und wie ist folgende Aussage der Autorin zu interpretieren?

Originalität gibt es nicht - nur Echtheit (Zitat aus: FAZ online)
 
Wenn die relevanten Bereiche ihres Textes geklaut sind, was ist dann bitte an ihrer Veröffentlichung "echt"?
 
Insgesamt bleibt kaum etwas von dem viel zitierten "außergewöhnlichen Talent" übrig, wenn man alles abzieht, was sich die Autorin aus dem Netz, anderen Schriftwerken und Songtexten für ihren Text einverleibt hat.
Die fast lächerliche Forderung, das Plagiat auch noch zum Preisträger der Leipziger Buchmesse zu küren, wäre dann die Krönung eines Streichs, der auf Kosten kreativer Autoren gehen würde. Den Neu- und Jungschriftstellern hat Frl. Hegemann mit ihrem Wirken jedenfalls einen Bärendienst erwiesen. Zukünftig wird jeder Redakteur eines Verlags wahrscheinlich eine eidesstattliche Versicherung von seinen Autoren einfordern, um sich rechtlich aus der Schusslinie zu ziehen.

Mittlerweile sind in einschlägigen Foren und Literaturblogs zahlreiche Diskussion entstanden, die sich mit dem Roman und den Plagiatsvorwürfen zum Roman von Helene Hegemanns "Axolotl Roadkill" auseinandersetzen. Nachfolgend weitere Informationen und Quellen zum Thema: 
 
FAZ / Rubrik Autoren

Gefühlskonserve  / Blog
 
Blog des Schriftstellers Airen, aus dem wesentliche Textpassagen "entnommen wurden"

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 16. Februar 2010 um 17:41 Uhr
 
Linktip - T.C.Boyle auf deutsch
Geschrieben von: Jürgen Olejok   
Mittwoch, 14. Oktober 2009 um 15:26 Uhr

Manchmal ist der Zufall ein richtig guter Partner, wenn es um Wissenswertes zum Thema Literatur im Internet geht. Unlängst erreichte uns ein Beitrag für die kommende Asphaltspuren-Printausgabe von der Autorin Ruth Kornberger, die sich, am Rande bemerkt, mit ihrem Text einen Platz in der 12 sichern konnte. Darin enthalten war, wie von uns immer gewünscht, eine Kurzvita, in der sie eine Veröffentlichung beim T. C. Boyle contest number 7 angab - den sie dabei gleich gewonnen hatte. Das ist schön, aber für uns nicht relevant. Was aber eine Relevanz besitzt, ist die Tatsache, daß es eine deutschsprachige Webseite gibt, die sich dem außergewöhnlichen Autor T. C. Boyle widmet... und zwar mit vollem Einsatz. Dort findet man nicht nur Übersetzungen von Kurzgeschichten, sondern auch Übersetzungen aus Boyle's Blog. Wer Boyle kennt, weiß, daß er zu den kommunikativsten Autoren der Literaturszene gehört. Er liebt das Gespräch mit seinem Publikum und lebt, nach eigener Aussage,  von dem Feedback seiner Leser. Wer sich gerne in deutscher Sprache mit den Fans und Lesern des Autors austauschen möchte, kann sich im eingebauten Forum auf der Webseite anmelden. Rund herum ein tolles, und vor allem auch sinnvolles Webprojekt um einen Schriftsteller, der hierzulande immer noch weit unter Wert gehandelt wird. Einfach mal reinschauen unter: www.tcboyle.de/


Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 09. März 2010 um 08:45 Uhr
 
Asphaltspuren Ausgabe 12 erschienen
Geschrieben von: Administrator   
Sonntag, 13. Dezember 2009 um 13:35 Uhr

Pünktlich zum Weihnachtsfest ist die neueste Printausgabe von Asphaltspuren fertig geworden. Eine textreiche Ausgabe, auch deshalb, weil wir uns diesmal vorgenommen hatten, neben Rezensionen und Informationen, mehr Unterhaltung für ein entspannendes Lesewochenende anzubieten. Unsere Autoren haben dabei Großartiges geleistet, denn die Geschichten und Texte zum Thema Burn Out zeigen alle Facetten der erzählerischen Möglichkeiten, die in der Literatur zu finden sind. Ob nachdenklich oder humorvoll, traurig oder einfach nur amüsant - es ist alles vertreten.

Natürlich ist es unserer Anliegen, jede Ausgabe besser als die Voherige zu machen. Diesmal spielten uns die Autoren in die Karten, weil die Einsendungen so zahlreich waren, daß wir buchstäblich aus dem Vollen (Postfach) schöpfen konnten. Das wiederum sorgte im nachhinein für eine so reichhaltige Vielfalt von Variationen des vorgegebenen Themas, daß man inhaltlich fast schon von einer thematischen Anthologie sprechen kann. 

Kurz gesagt, sind wir mächtig stolz auf die neue Ausgabe und die Verkaufszahlen werden zeigen, ob die getroffene Maßnahme, mehr auf Unterhaltung zu setzen, die richtige Entscheidung war. War sie richtig, werden wir zukünftig diesen Weg weiterverfolgen, denn letztendlich ist es unsere Pflicht und Aufgabe, den neuen Talenten der deutschsprachigen Literatur eine Gelegenheit zu geben, sich und ihre Texte im ansprechenden Rahmen zu präsentieren.

Als Autoren sind unter anderem dabei:

Vincent Voss, Ruth Kornberger, Ulli Komzak, Ernesto Castillo, Heinrich Beindorf, Michael Pick, Lothar Kowalke, Andrea Pärschke, Sabine Barnickel, Christian Künne, Claudia Schäckel, Ulf Großmann, B. Stemateri, Thomas Steiner, Thomas Rackwitz, Walther Stonet, Torsten Schwäger, Joanna Lisiak, Julia Romazanova, Lapismont (Ralf Steinberg)

Ergänzt werden die Texte durch Grafiken von Jürgen Schütz, Lothar Bauer, Michael Zander und Jan Pelz

Ab sofort ist diese Ausgabe unter Bestellungen zu erwerben. Die Belegexemplare werden im Laufe der Woche verschickt.

Besinnliches für das Fest der Besinnung - Verschenken sie eine Ausgabe von Asphaltspuren als Weihnachtsgeschenk

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 13. Dezember 2009 um 17:35 Uhr
 
Mißverständnisse
Geschrieben von: Administrator   
Montag, 04. Januar 2010 um 18:03 Uhr
Zur Information...
Aus nicht näher nachvollziehbaren Gründen bekommen wir augenblicklich eine unglaubliche Menge an Einsendungen, die im Mail-Header den Betreff Schreibwettbewerb bzw. Literaturwettbewerb führen. Irgendwie scheint sich wohl einer unserer wohlgesonnenen Ausschreibungs-Verteiler im Netz ein wenig vertan zu haben, denn wir veranstalten keine Wettbewerbe, sondern suchen lediglich Texte zum Thema Mißverständnisse für unser Printmagazin Asphaltspuren/Sommer 2010.
Klar, für den Autor und uns sollte es egal sein, aus welchem Grund ein Text bei uns landet, aber wir waren/sind doch ein wenig irritiert, daß wir etwas veranstalten, von dem wir nichts wissen. Angenehm überrascht wären wir allerdings , wenn man die Veröffentlichung in unserem Magazin als "Gewinn" titulieren würde - ein Umstand, mit dem wir sehr, sehr gut leben könnten :-)
Bitte die Einsendungen für die Sommer Ausgabe mit dem Betreff: "Beitrag zu ASP 13 / Missverständnisse" versehen, denn nur dann landet die Mail auch im richtigen Ordner. Keine Panik. Alle, die nun ihren Text mit "Schreibwettbewerb" zu uns geschickt haben, werden ebenfalls berücksichtigt. Bei drei, vier Einsendungen pro Tag ist das kein Problem. Erfahrungsgemäß erreichen uns aber zwei Wochen vor der Deadline ca. 20-30 Texte pro Tag - und dann verlassen wir uns auf die Mail-Filter.
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 05. Januar 2010 um 17:14 Uhr
 
<< Start < Zurück 1 2 3 Weiter > Ende >>

Seite 1 von 3